Die meisten Unfälle auf Snæfellsnes passieren nicht in den Bergen, sondern an Orten, die harmlos wirken: an einem Kieselstrand bei ruhiger See, an einer Klippenkante für ein Foto, auf einer windigen Straße. Dieses Kapitel fasst zusammen, welche Regeln auf der Halbinsel gelten und wo besondere Vorsicht nötig ist. Die Angaben stammen von der Verwaltung des Nationalparks Snæfellsjökull, von Visit Iceland, der Straßenbehörde und Safetravel.
Regeln im Nationalpark Snæfellsjökull
Der Nationalpark umfasst 183 Quadratkilometer an der Westspitze. Die Parkverwaltung nennt folgende Regeln:
- Übernachten und Zelten sind im Park verboten. Ausnahme: Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad samt Gepäck unterwegs ist, darf für eine Nacht an festgelegten Stellen ein Zelt aufstellen. Für Gruppen, mehr als drei Zelte oder mehrere Nächte braucht man eine Genehmigung.
- Drohnen sind vom 15. April bis 15. September an der Küste und im Bereich unterhalb der Straße 574 (Útnesvegur) verboten, außer mit Genehmigung.
- Hubschrauber dürfen nur an festgelegten Stellen und zu festgelegten Zeiten landen.
- Wege: Auf den markierten Wegen bleiben; die Parkverwaltung kann empfindliche Bereiche sperren.
- Gletscher: Mit Fahrzeugen auf den Snæfellsjökull zu fahren ist nur mit Genehmigung des Parkwächters erlaubt.
- Höhle: Vatnshellir ist verschlossen und nur mit gebuchter Führung zugänglich.
Für Drohnen außerhalb des Parks gelten die allgemeinen Regeln der isländischen Verkehrsbehörde Samgöngustofa; diese sollte man vor dem Flug prüfen.

Vatnshellir: Führung durch die Lavahöhle
Vatnshellir darf nur mit Führung betreten werden. Die 45-minütige Tour ist ganzjährig buchbar, Helm und Lampe inklusive.
Strände: Brandung unterschätzt man leicht
An Djúpalónssandur und in der Bucht Skarðsvík kommen die Wellen ungebremst aus dem offenen Atlantik. Sie laufen weiter den Strand hinauf, als man erwartet, und ziehen beim Zurücklaufen kräftig. Bleiben Sie oberhalb der Wasserlinie, auch an ruhigen Tagen, und behalten Sie Kinder an der Hand. Baden ist an diesen Stränden keine Option.
Klippen und Felsen
Die Küsten bei Arnarstapi und Hellnar, an Lóndrangar und Þúfubjarg und an der Westspitze sind nicht gesichert. Kanten können unterspült sein, Moos und Gras verdecken Spalten. Für Fotos gilt: lieber einen Schritt zurück. An nassen Felsen, etwa am Wasserfall Kirkjufellsfoss, ist der Untergrund besonders rutschig.



Kirkjufell: keine Besteigung
Am Kirkjufell sind in den Jahren 1945, 2017, 2018 und 2022 Menschen tödlich abgestürzt. Der Pfad ist steil, nicht gesichert und bei Nässe gefährlich. Wir beschreiben ihn bewusst nicht. Markierte Alternativen stehen unter Wandern auf Snæfellsnes.
Gletscher
Der Snæfellsjökull ist ein Gletscher mit Spalten, die im Frühjahr unter Schnee verborgen sein können. Die Parkverwaltung stuft den Aufstieg als schwer ein (drei bis fünf Stunden). Ohne Ausrüstung und Erfahrung geht man nur mit Guide aufs Eis:

Gletscher- und Vulkanwanderung am Snæfellsjökull
Geführte Gletscher- und Vulkanwanderung ab Arnarstapi mit Ausrüstung und ortskundigem Guide.
Straßen und Wind
- Tempolimit: 90 km/h auf Asphalt, 80 km/h auf Schotter, 50 km/h in Ortschaften.
- Schotter: Vor dem Übergang von Asphalt auf Schotter abbremsen.
- Schafe: Im Frühjahr und Sommer laufen sie frei und queren unvermittelt die Straße.
- Offroad: Fahren abseits der Straßen ist in ganz Island streng verboten; Spuren im Moos bleiben über Jahre sichtbar.
- F-Straßen: Die F570 über den Gletscher ist nur im Sommer offen und nur mit Allrad erlaubt.
- Wind: Bei Sturmwarnungen von 15 bis 25 Metern pro Sekunde und stärkeren Böen besser nicht fahren. Autotüren beim Öffnen festhalten.
- Straßenzustand: umferdin.is oder Telefon 1777; Warnungen auf safetravel.is.
Mehr zu Winterfahrten unter Snæfellsnes im Winter, zur Route unter Anreise.
Tiere
Robben, etwa am Strand von Ytri Tunga, brauchen Abstand. Der Fremdenverkehrsverband bittet darum, den Tieren Raum zu lassen; eine feste Meterzahl gibt es nicht. Im Nationalpark ist die Fuchsjagd seit 2001 verboten. In der Brutzeit verteidigen Küstenseeschwalben, etwa in Arnarstapi, ihre Nester im Sturzflug – eine Mütze hilft.
Notfall
- 112 ist die Notrufnummer in ganz Island.
- Die App von Safetravel sendet im Notfall den Standort an die Notrufzentrale. Auf safetravel.is lassen sich Reisepläne hinterlegen.
- Parkwächter des Nationalparks: 692 5296.
- Die nächsten Toiletten an der Westspitze: Malarrif, Djúpalónssandur und Hellissandur, jeweils außen rund um die Uhr.
Häufige Fragen
Darf man auf Snæfellsnes wild campen?
Im Nationalpark nicht, mit einer Ausnahme für Wanderer und Radfahrer (eine Nacht an festgelegten Stellen). Außerhalb des Parks sollte man Campingplätze nutzen.
Darf man im Nationalpark Snæfellsjökull eine Drohne fliegen?
Vom 15. April bis 15. September ist das an der Küste und unterhalb der Straße 574 verboten, außer mit Genehmigung.
Kann man am Djúpalónssandur baden?
Nein. Die Brandung ist stark und die Rückströmung gefährlich.
Weiter entlang der Straße 54
Fotos auf dieser Seite
- Treppe in der Lavaröhre Vatnshellir · Foto: David Jones from Isle of Wight, United Kingdom · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Klippen bei Arnarstapi · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Wegweiser am Djúpalónssandur, Oktober 2021 · Foto: Giåm · CC BY-SA 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Skarðsvík an der Nordseite der Westspitze · Foto: diego_cue · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Am Gipfel des Snæfellsjökull, Mai 2003 · Foto: JuTa · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Der Krater Saxhóll an der Westspitze · Foto: Zil · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Djúpalónssandur von oben · Foto: Bultro · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Kirkjufell und Kirkjufellsfoss bei Regen und Sonne, Juli 2024 · Foto: Jakub Hałun · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
- Nordlicht über dem Kirkjufell, von Grundarfjörður aus fotografiert, Oktober · Foto: Chr Grundo · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Felsen und Tümpel am Djúpalónssandur · Foto: Giuseppe Milo · CC BY 3.0 · 500px (via Wikimedia Commons)
Zuletzt geprüft: 20.10.2026 · Redaktion snaefellsnes.info · Wie wir arbeiten

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