Der Snæfellsjökull ist der Grund, warum Snæfellsnes so aussieht, wie es aussieht. Der Vulkan am Westende der Halbinsel ist 1.446 Meter hoch und hat über rund 800.000 Jahre Ausbrüche aufgeschichtet. Er gilt als aktiv, nicht als erloschen; sein letzter Ausbruch liegt etwa 1.800 Jahre zurück. Die Lavafelder rund um die Westspitze, die Krater Saxhóll und Hólahólar und die Lavaröhre Vatnshellir stammen aus seinem Umfeld.
Seine Eiskappe ist klein und wird kleiner. 1946 bedeckte sie noch rund 16 Quadratkilometer, 1999 waren es 14, im Jahr 2008 nur noch 10 bis 11. Im August 2012 war der Gipfel zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen eisfrei. Wer den Berg heute fotografiert, sieht im Spätsommer oft mehr dunklen Fels als Schnee.
Jules Verne und die Reise zum Mittelpunkt der Erde
1864 erschien Jules Vernes Roman Voyage au centre de la Terre. Professor Lidenbrock entziffert darin eine Runeninschrift, die ihn zum Krater des Snæfellsjökull führt: Dort, wo der Schatten eines Gipfels Ende Juni hinfällt, beginnt der Abstieg ins Erdinnere. Der Roman hat den Berg weit über Island hinaus bekannt gemacht, und bis heute knüpfen Touren und Souvenirs an ihn an.
Der Krater des Snæfellsjökull ist bei Verne kein Ziel, sondern ein Eingang.
Auf Snæfellsnes selbst ist eine andere Geschichte älter: Nach der Bárðar saga zog sich Bárður Snæfellsás, halb Mensch, halb Troll, in den Gletscher zurück und wacht seither über die Halbinsel. Seine Statue steht in Arnarstapi.
Wo man den Snæfellsjökull am besten sieht
Der Berg ist so frei stehend, dass man ihn an klaren Tagen sogar aus Reykjavík sieht, rund 120 Kilometer entfernt über die Bucht Faxaflói. Auf der Halbinsel selbst zeigt er sich von der Südküste aus am vollständigsten: Zwischen Búðir und Arnarstapi liegt er direkt vor einem. Von der Nordküste aus, etwa bei Ólafsvík, ist er eher eine weiße Kuppe hinter den Bergen. Oft hängen Wolken am Gipfel, auch wenn die Küste in der Sonne liegt – wer ihn ganz sehen will, braucht Geduld oder einen zweiten Tag.



Wie man hinaufkommt
Die Parkverwaltung führt die Besteigung als „Hard“ und rechnet mit drei bis fünf Stunden. Das Gelände oberhalb der Lavafelder ist Gletscher, mit Spalten, die im Frühjahr unter Schnee verborgen sein können. Mit dem Auto auf das Eis zu fahren ist ohne Genehmigung des Parkwächters verboten. Für die meisten Besucher kommen deshalb drei geführte Varianten in Frage:
| Tour | Dauer | Für wen | Preis | Note (Bewertungen) | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| GletscherwanderungGletscher- und Vulkanwanderung am Snæfellsjökull | siehe Beschreibung | Trittsichere Wanderer mit Gletscherwunsch | ab 428 € | 4,6 (15) | Termine & Preise |
| BuggyBuggy-Tour am Snæfellsjökull mit Guide | siehe Beschreibung | Gletscherfahrt ohne lange Wanderung | ab 195 € | 5 (25) | Termine & Preise |
| ATVQuad-Tour: Snæfellsjökull und Lavafelder | siehe Beschreibung | Motorisiert ins Gelände am Gletscherfuß | ab 119 € | 4,6 (38) | Termine & Preise |
Die geführte Gletscher- und Vulkanwanderung startet in Arnarstapi. Sie ist die aktivste Variante und verlangt Kondition, aber keine Bergsteigererfahrung, weil Guide und Ausrüstung gestellt werden. Termine der Gletscherwanderung ab Arnarstapi ansehen.
Buggy- und Quad-Touren führen ins Gelände am Gletscherfuß. Laut dem Fremdenverkehrsverband West-Islands bietet der Anbieter Glacier Paradise in Arnarstapi Buggyfahrten ganzjährig an. Die Buggy-Tour mit Guide und die Quad-Tour über Lavafelder Richtung Gletscher sind auf GetYourGuide buchbar.
Die Fahrt mit dem Pistenfahrzeug (Snowcat) Richtung Gipfel ist die bequemste Art, auf das Eis zu kommen. Sie hängt stark von Schnee und Wetter ab; der Fremdenverkehrsverband nennt die Monate März bis Juli, Anbieter geben teils abweichende Zeiträume an. Termine sollte man deshalb kurzfristig beim Anbieter prüfen.

Die Gletscherstraße F570
Die F570 (Jökulháls) führt von der Südküste bei Arnarstapi östlich am Gletscher vorbei zur Nordküste. Sie ist eine Hochlandpiste: nur im Sommer offen und nur mit Allradfahrzeug erlaubt. Mietwagenverträge schließen F-Straßen für normale Pkw in der Regel aus. Ob die Piste offen ist, zeigt die Straßenkarte auf umferdin.is. Für alle anderen gilt: Die Straßen 54 und 574 rund um den Berg sind mit jedem Auto befahrbar.
Snæfellsjökull und der Nationalpark
Berg und Nationalpark sind nicht dasselbe. Der Nationalpark Snæfellsjökull wurde am 28. Juni 2001 gegründet und umfasst 183 Quadratkilometer vom Gipfel bis zur Küste. Er war der erste Nationalpark Islands, der vom Berg bis ans Meer reicht. Besucherzentren, Wanderwege und die Regeln für Drohnen und Camping stehen im Kapitel zum Park. Die Lavaröhre am Fuß des Vulkans beschreibt das Kapitel Vatnshellir.

Vatnshellir: Führung durch die Lavahöhle
Unter dem Lavafeld statt auf dem Eis: Die 45-minütige Führung durch die Lavaröhre Vatnshellir ist ganzjährig möglich und wetterunabhängig.
Häufige Fragen
Ist der Snæfellsjökull ein aktiver Vulkan?
Ja. Er gilt als aktiver Stratovulkan; der letzte Ausbruch liegt etwa 1.800 Jahre zurück.
Kann man den Snæfellsjökull besteigen?
Mit Guide ja. Die Parkverwaltung stuft den Aufstieg als schwer ein (3 bis 5 Stunden). Ohne Gletschererfahrung und Ausrüstung sollte man nicht allein aufs Eis.
Was hat Jules Verne mit dem Snæfellsjökull zu tun?
In seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von 1864 beginnt der Abstieg ins Erdinnere im Krater des Snæfellsjökull.
Weiter entlang der Straße 54
Fotos auf dieser Seite
- Der Snæfellsjökull aus der Ferne über dem Meer, Juni 2022 · Foto: Olga Ernst · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Der Snæfellsjökull von Hellissandur aus · Foto: Wolfgang Sauber · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Búðakirkja, die schwarze Kirche von Búðir, August · Foto: Jeff Hitchcock from Seattle, WA, USA · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Der Snæfellsjökull im September · Foto: HansOosting (nl.wikipedia) · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Treppe in der Lavaröhre Vatnshellir · Foto: David Jones from Isle of Wight, United Kingdom · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Arnarstapi unter dem Stapafell · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Der Krater Saxhóll an der Westspitze · Foto: Zil · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Der Stapafell über den Klippen von Arnarstapi · Foto: dconvertini · CC BY-SA 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Der Snæfellsjökull im Sommer · Foto: Anjali Kiggal · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Am Gipfel des Snæfellsjökull, Mai 2003 · Foto: JuTa · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Zuletzt geprüft: 20.10.2026 · Redaktion snaefellsnes.info · Wie wir arbeiten

Arnarstapi & Hellnar
Nationalpark & Westspitze
Wandern