Arnarstapi ist der Ort, an dem Snæfellsnes zum ersten Mal steil wird. Nach 120 Kilometern flacher Südküste stößt die Straße hier auf die Ausläufer des Snæfellsjökull, und das Land bricht in senkrechten Basaltwänden ins Meer. Zwischen den Säulen haben die Wellen Spalten, Grotten und Durchbrüche ausgewaschen. Der kleine Hafen liegt eingeklemmt zwischen diesen Felsen, darüber steht der Stapafell, eine 526 Meter hohe Pyramide aus Palagonit.
Arnarstapi war früher ein Handelsplatz, das benachbarte Hellnar eines der größten Fischerdörfer unter dem Gletscher. Heute sind beide sehr kleine Siedlungen mit einigen Unterkünften und Cafés. Die Küste zwischen den Orten steht seit 1979 unter Naturschutz.
Der Küstenweg von Arnarstapi nach Hellnar
Der Weg ist 2,5 Kilometer lang, der Nationalpark rechnet mit rund einer Stunde pro Richtung. Er folgt der Klippenkante, ist gut sichtbar ausgetreten und führt an den bekanntesten Formationen vorbei. Die Parkverwaltung stuft ihn als „Demanding“ ein, was in ihrer Skala eher „mittel“ bedeutet: unebener Untergrund, Lavastufen, einige Matschstellen, aber keine Kletterei. Feste Schuhe genügen.

Kurz nach dem Start in Arnarstapi steht der Felsbogen Gatklettur, durch den die Brandung schlägt. Er ist vom Weg aus gut zu sehen; näher an den Rand zu gehen bringt fotografisch wenig und ist bei nassem Fels riskant. Entlang der Klippen brüten im Sommer Dreizehenmöwen und Eissturmvögel, am Ortsrand von Arnarstapi gibt es eine Kolonie von Küstenseeschwalben. Die Seeschwalben verteidigen ihre Nester energisch: Wer in der Brutzeit eine Mütze trägt und auf dem Weg bleibt, kommt entspannter durch.
In Hellnar endet der Weg an einer kleinen Bucht. Dort liegt die Grotte Baðstofa, deren Farben je nach Licht und Wasserstand wechseln, und davor der Fels Valasnös. Wer nicht zurückwandern will, kann sich in Hellnar abholen lassen – oder den Weg in umgekehrter Richtung mit dem Licht im Rücken laufen.




Bárður Snæfellsás: der Wächter des Gletschers
Am Weg oberhalb des Hafens von Arnarstapi steht eine große Steinfigur aus aufgeschichteten Platten: Bárður Snæfellsás, gestaltet von Ragnar Kjartansson. Nach der Bárðar saga Snæfellsáss war Bárður halb Mensch, halb Troll; er zog sich in den Snæfellsjökull zurück und gilt seither als Schutzgeist der Halbinsel. Auf Snæfellsnes begegnet man ihm immer wieder, auch im Namen von Orten und Wegen.
In der Nähe von Arnarstapi liegt die Schlucht Rauðfeldsgjá, die in derselben Saga eine Rolle spielt. Eine offizielle Beschreibung des Zugangs gibt es bei der Parkverwaltung nicht, deshalb beschreiben wir ihn hier nicht im Detail. In engen, nassen Schluchten wie dieser ist der Boden rutschig; bei Schneeschmelze, Regen oder Eis bleibt man besser draußen.

Ausgangspunkt für den Gletscher
Arnarstapi ist das Basislager für den Snæfellsjökull. Von hier aus starten geführte Gletscherwanderungen, Buggy-Touren und, vor allem im Frühjahr und Frühsommer, Fahrten mit dem Pistenfahrzeug in Richtung Gipfel. Die Gletscherstraße F570 zweigt in der Nähe ab, ist aber nur im Sommer und nur mit Allradwagen befahrbar.


Gletscher- und Vulkanwanderung am Snæfellsjökull
Die geführte Gletscher- und Vulkanwanderung startet in Arnarstapi. Die Parkverwaltung stuft den Aufstieg als „Hard“ ein, 3 bis 5 Stunden – mit Guide und Ausrüstung kein Problem für trittsichere Wanderer.

Buggy-Tour am Snæfellsjökull mit Guide
Wer lieber fährt als wandert: Die Buggy-Tour mit Guide führt ab Arnarstapi in Richtung Gletscher.
Anfahrt, Parken, Toiletten
Mit dem Auto sind es von Reykjavík 193 Kilometer, ohne Pausen knapp drei Stunden. Von Búðir sind es 19 Kilometer, weiter nach Hellnar fünf und nach Djúpalónssandur 16 Kilometer. In Arnarstapi gibt es öffentliche Toiletten, die rund um die Uhr geöffnet sind, und Parkplätze.
Ein Linienbus fährt nicht nach Arnarstapi. Ohne Auto erreicht man den Ort mit einer der Tagestouren ab Reykjavík, von denen fast alle hier halten, oder mit einer privaten Tour, wenn man mehr Zeit für den Küstenweg will.
Wie viel Zeit einplanen?
- Nur Arnarstapi mit Hafen und Bárður: 30 bis 45 Minuten.
- Küstenweg hin und zurück: gut zwei Stunden mit Fotostopps.
- Übernachten: Wer in Arnarstapi oder Hellnar schläft, hat die Klippen am Abend fast für sich. Hinweise zu Unterkünften an der Südküste stehen unter Übernachten auf Snæfellsnes.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Wanderweg von Arnarstapi nach Hellnar?
2,5 Kilometer pro Richtung, rund eine Stunde. Der Weg ist unbefestigt, aber gut erkennbar.
Wer ist die Statue in Arnarstapi?
Bárður Snæfellsás, die Hauptfigur der Bárðar saga, der Legende nach Schutzgeist des Snæfellsjökull. Die Figur stammt von Ragnar Kjartansson.
Fährt ein Bus nach Arnarstapi?
Nein. Die Linienbusse von Strætó fahren nur entlang der Nordküste. Ohne Auto kommt man mit einer Tour hierher.
Weiter entlang der Straße 54
Fotos auf dieser Seite
- Basaltküste bei Arnarstapi, im Hintergrund der Stapafell · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Die Küste bei Hellnar · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Klippen bei Arnarstapi · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Felsen vor der Küste von Arnarstapi · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Die Kirche von Hellnar · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Die Schlucht Rauðfeldsgjá bei Arnarstapi, Juni 2015 · Foto: Sergei Gussev · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Arnarstapi mit Blick zum Gletscher · Foto: Giuseppe Milo (www.pixael.com) · CC BY 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Am Gipfel des Snæfellsjökull, Mai 2003 · Foto: JuTa · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Der Snæfellsjökull von Hellissandur aus · Foto: Wolfgang Sauber · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Búðakirkja, die schwarze Kirche von Búðir, August · Foto: Jeff Hitchcock from Seattle, WA, USA · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Lóndrangar an der Südküste der Westspitze, Mai 2023 · Foto: Jakub Hałun · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Der Snæfellsjökull im Sommer · Foto: Anjali Kiggal · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Djúpalónssandur von oben · Foto: Bultro · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Arnarstapi unter dem Stapafell · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Kirkjufell und Kirkjufellsfoss bei Regen und Sonne, Juli 2024 · Foto: Jakub Hałun · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
Zuletzt geprüft: 20.10.2026 · Redaktion snaefellsnes.info · Wie wir arbeiten

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