Die meisten Reisenden haben auf den ersten Kilometern nach Borgarnes nur ein Ziel: den Gletscher, die Küste, den Kirkjufell. Dabei beginnt Snæfellsnes geologisch schon vorher. Das Vulkansystem Ljósufjöll, das sich über mehr als 90 Kilometer durch die Halbinsel zieht, gehört zu den längsten aktiven Systemen Islands. An seinem östlichen Ende liegen zwei Orte, die den Halt lohnen, bevor die eigentliche Halbinsel anfängt.
Gerðuberg: eine Wand aus Basaltsäulen
Gerðuberg ist eine Felswand aus Basaltsäulen, die sich über mehr als einen halben Kilometer erstreckt und bis zu 14 Meter hoch ist. Die Säulen sind beim langsamen Abkühlen eines Lavastroms entstanden: Beim Erkalten zieht sich Basalt zusammen und reißt in regelmäßige, meist sechseckige Prismen. Je gleichmäßiger die Abkühlung, desto sauberer die Säulen.

Der Fuß der Wand ist von der Zufahrt aus schnell erreicht. Hinaufzusteigen ist nicht nötig und auf losen Säulenstücken auch nicht ratsam. Die schönsten Ansichten entstehen mit etwas Abstand, wenn die ganze Länge der Wand ins Bild passt, oder ganz nah, wenn man die Struktur einzelner Säulen zeigt.
Eldborg: der Kraterring im Lavafeld
Eldborg, „Feuerburg“, ist ein Krater, der sich 60 Meter über das umliegende Lavafeld erhebt. Sein Rand umschließt eine Öffnung von rund 200 Metern Durchmesser und 50 Metern Tiefe. Der letzte Ausbruch liegt etwa 5.000 bis 6.000 Jahre zurück. Aus der Ferne sieht der Krater mit seinen steilen Flanken tatsächlich aus wie eine Festung.
Der Weg zur Eldborg beginnt am Hof Snorrastaðir und ist 2,5 Kilometer lang, also gut fünf Kilometer hin und zurück. Er führt durch das moosbewachsene Lavafeld bis zum Kraterrand. Mit Pausen sollte man zwei Stunden einplanen.



Lava ist scharfkantig und hat Spalten, die Moos verdecken kann. Auf dem Weg bleiben, feste Schuhe tragen. Das Moos wächst sehr langsam und erholt sich von Trittschäden über Jahrzehnte.
Wie man beides in die Fahrt einbaut
Von Borgarnes aus sind es auf der Straße 54 rund 45 Kilometer bis in diese Gegend. Gerðuberg ist der schnellere Stopp: 20 bis 30 Minuten genügen. Die Eldborg braucht dagegen zwei Stunden und passt deshalb eher in eine Reise mit Übernachtung, etwa in die Rundreise in 2–3 Tagen. Wer an einem Tag die ganze Halbinsel schaffen will, sollte sich mit dem Blick auf den Krater von der Straße aus begnügen – Prioritäten setzt das Kapitel Snæfellsnes an einem Tag.
Auf dem weiteren Weg nach Westen folgen der Robbenstrand Ytri Tunga und die schwarze Kirche von Búðir.
Reiten auf dem Weg zur Halbinsel
Wer auf der Anreise einmal auf einem Islandpferd sitzen möchte, kann in Borgarnes einen Ausritt mit Einführung buchen. Das passt gut als Unterbrechung auf der Anreise.


Ausritt mit Vorbereitungsstunde (Borgarnes)
Ausritt mit Einführung für Einsteiger in Borgarnes, dem letzten größeren Ort vor der Halbinsel (75 Kilometer ab Reykjavík). Dauer und Preis stehen in der Beschreibung.
Ohne Auto
Gerðuberg und Eldborg liegen abseits der Buslinien. Die Tagestouren ab Reykjavík fahren auf dem Weg zur Südküste an Gerðuberg vorbei; ob ein Stopp eingeplant ist, steht im Programm. Einen längeren Halt an der Eldborg gibt es praktisch nur mit eigenem Auto oder einer privaten Tour, bei der man die Stopps selbst bestimmt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist Gerðuberg?
Die Basaltsäulen erreichen bis zu 14 Meter, die Wand ist über einen halben Kilometer lang.
Wie lange dauert die Wanderung zur Eldborg?
Der Weg ab Snorrastaðir ist 2,5 Kilometer lang pro Richtung. Mit Pausen sind es etwa zwei Stunden hin und zurück.
Ist die Eldborg ein aktiver Vulkan?
Der Krater gehört zum Vulkansystem Ljósufjöll, das als aktiv gilt. Der letzte Ausbruch der Eldborg selbst liegt etwa 5.000 bis 6.000 Jahre zurück.
Weiter entlang der Straße 54
Fotos auf dieser Seite
- Basaltsäulen bei Gerðuberg · Foto: JøMa · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Im Krater Eldborg, August 2014 · Foto: Diego Delso · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Gerðuberg an der Südseite der Halbinsel, Oktober 2025 · Foto: The icelandist · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
- Straße durch Lava und Moos auf Snæfellsnes, August · Foto: Jonatan Pie r3dmax · CC0 · Unsplash (via Wikimedia Commons)
- Islandpferd auf der Halbinsel Snæfellsnes · Foto: Les_Williams · CC BY-SA 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Islandpferde im Winter auf Snæfellsnes · Foto: _nymeria_ · CC BY-SA 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Seehunde in Ytri Tunga, Juli 2024 · Foto: Jakub Hałun · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
- Búðakirkja, die schwarze Kirche von Búðir, August · Foto: Jeff Hitchcock from Seattle, WA, USA · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Basaltküste bei Arnarstapi, im Hintergrund der Stapafell · Foto: Chmee2/Valtameri · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Die Basaltwand von Gerðuberg, Juli 2015 · Foto: Geri340 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Kirkjufell und Kirkjufellsfoss bei Regen und Sonne, Juli 2024 · Foto: Jakub Hałun · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
Zuletzt geprüft: 20.10.2026 · Redaktion snaefellsnes.info · Wie wir arbeiten

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